Warum fer

Eine Insel, drei Generationen.

Meine Familie kommt von Juist. Eine Insel in der Nordsee. Schmal, windig, ohne Autos. Bis zu meinen Urgroßeltern reicht das zurück.

Drei Generationen, geprägt von Naturheilkunde und der Nähe zur Natur. Meine Oma arbeitete mit Kräutern und fermentierte schon, lange bevor das ein Wort war, das man kennt. Unter anderem Kombucha.

Meine Mutter brachte den Wasserkefir in unseren Alltag. Und irgendwann stand ich selbst am Küchentopf.

Was ich mitgenommen habe, ist keine Rezeptsammlung. Es ist eine Haltung. Etwas selbst machen. Ehrlich, mit dem, was da ist.

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Dreimal bis ich es geglaubt habe.

Es gab nicht den einen Moment. Es gab drei.

Der erste kam im Februar, im Urlaub auf Mallorca, mitten in meiner Bachelorarbeit. Ich träumte, sehr real, wie ich mit dieser Idee erfolgreich werde. Ich wachte auf, und der Gedanke blieb. Dann schrieb ich erst mal meine Arbeit fertig.

Der zweite kam im Sommer darauf. Nach einer Umzugshilfe landete ich beim Grillen bei den Eltern einer Freundin. Am Tisch saß ein Mann, der in viele Startups investiert hatte. Ich wusste das nicht. Er fragte immer wieder: Wofür brennst du? Irgendwann erzählte ich von meiner kleinen Idee. Er sagte, ich soll das machen. Heute ist er mein Mentor. Ich bekam Zuspruch, bevor ich selbst überzeugt dafür einstand.

Der dritte kam ein Jahr später. Erst Reisen mit meiner Schwester, dann ein Praktikum, das mir zeigte, was nicht meins ist. Alles andere zeigte in eine Richtung. Innerhalb von drei Monaten zog ich nach Lemgo, baute mein Netzwerk auf und legte los.

Einer hat die Idee gepflanzt. Einer hat sie erlaubt. Einer hat keine Ausrede mehr übrig gelassen.

Allein heißt nicht einsam.

Ich habe fer als Alleingründerin gestartet. Das war nicht der Plan.

Mein erster Mitgründer passte menschlich perfekt. Dann kam es anders, und er stieg aus. Kurz vor dem Sommer, genau als am meisten zu tun war.

Seitdem trage ich das hier allein. Und ja, ich habe mich gefragt, ob das die richtige Entscheidung war. Ob das überhaupt zu schaffen ist, gegen Wettbewerber, die zu dritt sind und dadurch dreimal so schnell wirken.

Die Antwort ist einfach. Ich halte mit. Nicht, weil ich alles allein kann, sondern weil ich ein Umfeld habe, das trägt. Familie, Freundeskreis, Menschen, die von der ersten Dose an mitgetrunken haben.

Ich erzähle diese Geschichte im Ich. Getragen wird sie von einem Wir.